los burros bravos
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2014 Faak und Kroatien

Diesmal sollte es zuerst nach Faak und dann weiter nach Kroatien gehen. Bei Letzteren hatten wir ein schönes Haus in den Hügeln gemietet. Mit auf Tour waren Oscar und Nada, Rolf, Andee, JR, Sody und Nina.  Mike28 & Pat bzw. Bernd und Iris waren auch mit im Boot, sind aber direkt von Faak wieder nachhause gefahren. Schon bei der Anfahrt hatte es der Wettergott nicht gut mit uns gemeint. Auf halben Weg zum Zwischenstopp in Berchtesgaden, mussten wir in die Regenklamotten. Der Regen wurde immer stärker und war auch am nächsten Morgen beim Start in Berchtesgaden nicht verschwunden. So ging es mit nonstop Regen bis Faak. Für Rolf gab es noch eine kleine Überraschung, im ersten Tunnel sehe ich Rolf wild fuchtelnd auf dem Moped sitzen. Sein feststehendes Visier im Tunnel derart beschlagen, dass er Mühe hatte überhaupt noch etwas zu sehen. Glaube er ist dann mit Sonnenbrille weitergefahren.

In Faak selbst war das Wetter durchwachsen, wir konnten aber trotzdem ein paar Tagestouren drehen. Zuerst bin ich aber einmal zur Tante Louise gefahren und haben mir ein neues Navi (Garmin) gekauft. Bei meinem Tom Tom war jetzt zum 3. Mal die Halterung durch vibriert. Die hatte Loius jeweils getauscht und auch später den Kaufpreis des Tom Tom erstattet (sehr guter Service). Das Highlight war sicherlich die Nockalm Tour. Die Strecke bin ich schon einmal mit EWo auf der Rückreise aus Kroatien gefahren, war für mich daher nicht neu und trotzdem ein Erlebnis. Wie schon 2010 haben wir auf der etwas abseits gelegenen, jedoch mit dem Motorrad erreichbaren, Heiligenbach Hütte eine Brotzeit genommen. Herrlich gelegen, kein Strom und gekocht wurde auf dem Holzherd. Leider konnten wir nicht wieder dort übernachten. Nach einer zünftigen Suppe ging es zum traumhaften Weissensee und zurück nach Faak.

In Faak selbst haben wir uns fast nur, im für mich schöneren Teil, in Arneitz aufgehalten. Hier haben wir auch unsere Freunde von Fat-Bob Stammtisch aus Berlin getroffen und etwas abgefeiert. Nach ein paar Tagen ging es weiter über Slowenien nach Kroatien. Da Regen angesagt war, wollten wir einen einigermaßen schnellen Weg nehmen. Der Regen kam, der Weg war aber nicht schnell. Hier hat uns dann meine Unwissenheit bez. Bedienung des Garmin eine schöne Strecke ausgesucht, gefühlt sind wir hier 27x über italienische, slowenische und kroatische Grenzen gefahren.

Das Highlight der Anreise hat jedoch wieder einmal Rolf gebracht. Irgendwo in Kroatien habe ich, wie immer, als Road Captain die Straßengebühr für alle Mitfahrer entrichtet (geht einfach schneller).Wie immer, sollten dann alle Motorräder einzeln durch die jeweils geöffnete Schranke fahren.  Andee startet als Erster und unmittelbar danach höre ich das Klack eines einlegenden 1. Gangs und das nächste Moped starten. Die Dame im Häuschen schreit, ich schreie, Rolf fährt, Schranke senkt sich und erwischt Rolf noch gerade so am vorderen Helm. Die Schranke hängt sich aus, wackelt wild rum, zwei daneben stehende Polizisten staunen, Rolf schüttelt sich und der hinter mir stehende Oscar fällt vor lachen fast vom Motorrad. Zum Schluss sind alle Beteiligten ein lachender Haufen. Die Geschichte werde ich noch meinen Enkeln erzählen.

Spät abends sind wir dann in unserer Hütte in der Nähe von Prizna angekommen. Kurz vor unserer Hütte sind wir noch an einem geöffneten Laden vorbei gekommen. Wir beschließen hier noch schnell inzukaufen, leeren unsere Koffer und kommen 2 Minuten vor Ladenschluss dort an. Wir haben alles zusammengerafft was irgendwie lecker aussah und hatten, Dank Nada, ein herrliches Abendessen. Lediglich mit der Cola waren wir etwas sparsam, so musste je eine Flasche Jacky mit einer Flasche Coke getrunken werden. Ging auch :-)

Am nächsten Morgen haben wir erst einmal die Hütte ordentlich besichtigt. Die Zimmer waren ok, die Bäder so lala und der Außenbereich mit Pool und Außenküche Weltklasse. Bei Letzteren haben wir uns auch überwiegend aufgehalten und den einen oder anderen Abend ordentlich abgefeiert. Das Pool wurde in den nächsten Tagen ausgiebig genutzt, jedoch war einigen Mimosen (ich möchte hier keine Namen nennen) das Wasser viel zu kalt.  

Auch in Kroatien war das Wetter durchwachsen. Die Einheimischen sagten dass es der schlechteste Sommer seit Jahren sei. Soweit es das Wetter zuließ haben wir kleinere Tagestouren entlang der wunderschönen Küste unternommen. Als größere Tour war dann der Plitvicer See geplant, hierzu hatten wir uns auch einen recht schönen Tag ausgesucht. Da wir uns ausnahmsweise einmal uneinig waren, sind wir hier in getrennten Gruppen angereist. Auf der Rückfahrt waren wir dann doch wieder ein Arsch und ein Kopp. Dann hat es Rolf jedoch wieder einmal erwischt. Die Schrauben des Pulleys hatten sich gelöst und sukzessive die Gewinde der Radnabe aufgearbeitet. Eine notdürftige Reparatur hat uns nur wenige Kilometer weitergebracht. Es blieb uns nichts anderes übrig das Moped stehen zu lassen und Rolf musste auf meinen Gepäckträger mitfahren. Die Striemen hat er heute noch auf dem Allerwertesten :-)

Mit Hilfe von Nada haben wir uns am nächsten Tag auf die Suche nach einer Werkstatt gemacht und wurden bei einer kleinen Motorradwerkstatt (ich glaube es war Kawasaki) fündig. Die Jungs waren echt spitze und haben die Abholung in rund 40 km Entfernung organisiert. Rolfs Emily hat sich dann im Laufe des Vormittags, stehend auf einem Kleinlaster, mit laufender Alarmanlage lautstark angekündigt.

Mit Oscars und Rolfs Hilfe wurde dann schnell das Hinterrad ausgebaut, da Japaner bekannterweise kein Zollwerkzeug nutzen, musste hier das Boardwerkzeug und ein paar Engländer herhalten. Die Felge wurde aufgebohrt und mit metrischen Helicoils konnte das Pulley wieder montiert werden (Rolf fährt heute noch damit). Das Ganze hat nur rund 100,- €, ordentlich Trinkgeld und die Berücksichtigung in unserem Nachtgebet gekostet.  

Nach etwas über einer Woche sollte es über Zagreb mit kleinen Familienbesuch wieder in die Heimat gehen. Unmittelbar vor der Abfahrt entdecke ich eine Spaxschraube in meinem Hinterrad. Diese war rund 1cm von der Reifenmitte entfernt. Nach kurzer Beratschlagung und Rolf Aussage „er habe ein Pannenset“, habe ich mich dann inkl. Schraube auf dem Heimweg gemacht.

Nach Verköstigung in Zagreb ging es weiter zum Zwischenstop in der Nähe von Graz. Was soll ich sagen, es fing wieder an in strömen zu regnen. So langsam hatten wir die Schnauze gestrichen voll. Irgendwann halten auch die besten Regenklamotten dieser Dauerberieselung nicht mehr aus.  Am nächsten Morgen, Vorhang auf, Wetter verhangen, jedoch kein Regen. Ab zum Frühstück, Mopeds beladen und wie soll es anders sein, pünktlich zur Abfahrt fing es wieder heftig an zu regnen. Der hat dann auch bis Regensburg (vermutlich daher der Name) nicht nachgelassen.  Nach Regensburg strahlender Sonnenschein, als wäre nie etwas gewesen. Der letzte Zwischenstopp mit Tanken und großer Verabschiedung.

Und wieder hat es Rolf erwischt, in Würzburg bleibt er gerne einmal liegen. Nach dem Tanken versucht er seine Maschine zu starten . Erst will sie gar nicht, dann gibt es eine riesige Fehlzündung, gefolgt von unschönen metallischen Geräuschen im Motor. Später wird sich herausstellen, dass sich aus dem Inneren des Luftfilters eine kleine Schraube gelöst hat. Diese ist durch den Ansaugtrakt gewandert, im Ventilsitz hängen geblieben (daher die Fehlzündung) und hat sich dann den Weg durch den Kolben in tiefere Gefilde gebahnt. Das hat Rolf später sein Motorupgrade auf 1800ccm beschert. Also wieder einmal die gelben Engel zu Hilfe gerufen.  

Mit „Genehmigung“ von Rolf haben wir uns dann auf den restlichen Heimweg begeben. Gerade auf der Autobahn, fällt mir meine Spaxschraube ein. Das Pannenset hat Rolf :-( Was soll´s, wenn es schief geht kommt ja Rolf irgendwann mit den gelben Engeln vorbei. Zum Glück hat die Schraube gehalten und nach rund einer bis zwei Stunden waren alle Zuhause. 

 

Epilog

Obwohl das Wetter oft beschissen (anders kann man es einfach nicht formulieren) war und wir von rund 3500km die Hälfte in strömenden Regen gefahren sind, war es ein tolles Erlebnis, welches sich dauerhaft in unserer Erinnerungen eingebrannt hat.  Die Spaxschaube, bzw. was davon übrig war, habe ich dann am nächsten Tag entfernt. Reifen war dann auch recht schnell platt. Da habe ich die über 1000km Heimfahrt echt Schwein gehabt.

 

 

 

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